Walfangkommission nicht handungsfähig
Einen Tag früher als geplant ging die 61. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira zu Ende. Konkrete Entscheidungen zum dringend notwendigen Schutz der Wale wurden kaum gefällt. Die derzeit 85 Mitglieder der Kommission einigten sich lediglich darauf, ihre Gespräche über die Handlungsfähigkeit des Gremiums auf Arbeitsebene um ein Jahr zu verlängern.
Diese für Tierschützerinnen bittere Nachricht entnehmen wir einem Presse-Newsletter des WWF.
Volker Homes vom WWF Deutschland zeigt sich enttäuscht: „Der große Durchbruch ist erneut ausgeblieben und die Blockadesituation von Walfanggegnern und –befürwortern konnte nicht aufgehoben werden. Der wissenschaftliche Walfang wird weitergehen.“ Die Pro-Walfangstaaten, allen voran Japan, hätten bereits im Vorfeld der Konferenz verhindert, dass strittige Fragen überhaupt behandelt worden wären. Ein herber Rückschlag sei die Ankündigung Südkoreas, auch wieder auf Waljagd gehen zu wollen.
Klimawande bedroht Wale
Dabei wird die Situation der Meeressäuger nach einem aktuellen WWF-Bericht immer dramatischer: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere werden demnach auch Wale, Delfine und Tümmler betreffen. So lösen etwa höhere Wassertemperaturen bei den kälteliebenden Grönlandwalen Stress aus, der sie anfälliger für Krankheiten macht. Ähnlich negativ wirkt sich ein niedrigerer Meeressalzgehalt, hervorgerufen durch das Abschmelzen der Polkappen, auf das Immunsystem der Tiere aus.
Klima-Resolution kleiner Hoffnungsschimmer?
Vor diesem Hintergrund wird es seitens des WWF als ein kleiner Hoffnungsschimmer gewertet, dass sich die IWC-Vertragsstaaten trotz eines vorzeitigen Endes der Konferenz noch auf eine Klima-Resolution zum Schutz der Wale verständigen konnten. Sie erkennen damit die globale Erwärmung als einen Hauptbedrohungsfaktor für Wale und Delfine an. Mit dem Beschluss müssen sich IWC-Mitglieder bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen Ende 2009 für eine drastische Reduzierung ihrer CO2-Emmissionen einsetzen. Bemerkenswert ist, dass der Vorschlag für diese Resolution von Seiten der Walfanggegner USA und Walfänger Norwegen eingebracht und im Konsens aller Mitgliedsstaaten angenommen wurde.

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